Montag, 9. Juli 2012

Fliegende Kilometer, fliegende Bäume und ein kleiner Knacks

Das Wochenende ist vorbei! Es war mein adrenalinreichstes bisher und das auf ganz vielen verschiedenen Wegen!
Samstag Morgen 8Uhr meine Fahrt beginnt wieder bei allerschönstem Wetter vorbei an unendlich scheinenden Sonnenblumenfeldern. Der Wind steht günstig und ich habe Lust heute einiges zu reißen.
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10km vor Montcuq beginnt meine Tour Richtung Lauzerte und von da aus weiter Richtung Moissac. Unmengen an Rennradfahrer unterwegs, die mir entweder während des Entgegenkommens winken oder ein paar nette Worte zurufen, während sie mich überholen. So können die Tage immer beginnen! Weiter geht es Richtung St. Antoin und von dort aus Richtung Lectoure. alles läuft wie am Schnürchen, im nachhinein ein wenig zu gut! Aber ich hatte einfach nur ein gutes Gefühl und freute mich die Fahrt richtig genießen zu können.Dann passierte es! 5km vor Lectoure gibt es ein kaum zu hörendes knackendes Geräusch. Ich steige ab und schaue alles nach und merke, das 2 Speichen etwas locker sind und eine Speiche gebrochen ist. Mein Rad hat einen 8er oder vielleicht sogar einen “16er”. Ich muss meine Hinterradbremse aushängen um voran zu kommen. Mittlerweile ist es 15Uhr als ich in Lectoure ankomme.Dort fahre ich zum Intermarché um zu erfahren, ob es hier jemanden gibt, der mir mein Rad reparieren kann. Wie immer wenn man viele Leute fragt, bekommt man viele Antworten. Aber eine kam immer!”Hier in Lectoure, gibt es keinen Laden!” Da ich mich auch langsam nach einem Campingplatz umsehen wollte und es sowieso Samstag Nachmittag war und kaum ein Laden offen ist, steuerte ich den wohl teuersten Campingplatz Frankreichs an. Mir war das nicht bewusst! Ok, die 4 oder 5Sterne hätten mich aufhorchen lassen können. Am Campingplatz angekommen, stand an der Schranke eine Art Einweiserin. Ich dachte mir”Oha, hier wird Service großgeschrieben!” Diese erklärte mir den Weg zur Rezeption und wünschte mir noch schöne Ferien. Und an der besagten Rezeption standen 80Leute rum und wollten einen Platz. Ok, anstellen und immer schön lächeln, es waren den ganzen Tag um die 28-30Grad und ich war ein wenig fertig. Endlich kam ich an die Reihe und ein Typ von ungefähr 28Jahren und ner Bob Marley Frisur bediente mich. Ich meinen Spruch gesagt “1Person, 1 Zelt für eine Nacht!” Und er dann so ganz trocken “30,50€!” Ich dachte mich verhört zu haben und fragte nochmal nach, ob ich nicht ein Zimmer bestellt habe, aber es war wirklich für 1 Person, 1 Zelt für eine Nacht! Das war mir dann doch ein wenig zu teuer und ich machte mich wieder auf den Weg. Da ich mittlerweile herausgefunden habe, das es in Auch auf jeden fall einen Bike laden gibt und auch vielleicht in dem Ort davor, habe ich mich wieder auf mein Rad gesetzt und bin los Richtung Fleurance. Unterwegs habe ich noch 2 polnische, “Ich weiß nicht wie ich die nennen soll, aber sagen wir mal Saisonarbeiter!” Saisonarbeiter getroffen und die wollten mich schon mal zu nem Wodka und nem Bier einladen. Beides habe ich abgelehnt, zumal beide nur polnisch konnten und die Konversation sehr anstrengend verlaufen wäre. Ok, in Fleurance angekommen, wieder selbes Spiel, Supermarkt und Leute fragen wegen Fahrradgeschäft und Campingplatz. Campingplatz gibt es hier keinen, aber am Freibad ist ein Wohnmobilcamp. Ok ich dann schon mal zu dem Camp und mein Zelt aufgebaut. Und auf einmal begann ein wirklich sehr starker Wind und der Himmel verfinsterte sich. Es war ungelogen wie in der Apokalypse… Riesige Regenwolken zogen auf und es begann wie aus Eimern zu regnen und der Wind pfiff. Und dann ein lautes Krachen, ein starker Aufprall und kurze Schreierei. Ich konnte kaum aus meinem Zelt rausschauen, weil ich mit meiner Zeltöffnung zur Windrichtung stand und mir der Wind und der Regen die Sicht nahmen. Aber dann konnte ich erkennen was passiert ist. Keine 30Meter von mir entfernt war ein 15Meter hoher Baum abgebrochen und ist auf die Frontscheibe eines Campingbusses gestürzt. Ihr könnt mir glauben, wie ich auf einmal in meinem Zelt lag und mir die Bäume, die bei mir standen haargenau angeschaut habe. Es war sehr beunruhigend bei diesem Wetter nur mit dem Zelt unterwegs zu sein. So ein ähnliches Gefühl hatte ich mal mit 8 oder 9Jahren, als es in Lebach im Rahmen einer Grubensenkung ein kleines Erdbeben gab. Zum Glück verflog das Unwetter genauso schnell wie es gekommen war. Und Ich konnte nach draußen mir alles ein wenig genauer anschauen. Kurz darauf kam auch die Feuerwehr und die Polizei.
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Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Die kaputte Windschutzscheibe und die eingedrückte A-Säule waren alles, was dem Sturm zum Opfer gefallen ist.
Puh… durchatmen… Wenn ich das so schreibe, dann bin ich direkt wieder im Zelt und versuche irgendwie alles festzuhalten, das nichts flattert.
Der Sonntag war einigermaßen ruhig. Schönes Wetter, Schwimmbad, frische Croissants und endlich mal wieder was zu lesen. Und ein paar nette Gespräche mit einigen Wohnmobilbesitzern. Außerdem einen kleinen Besuch eines Floh- oder Antikmarktes.
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Heute morgen ging es nach Auch, um mein Fahrrad reparieren zu lassen und dies hat auch gut funktioniert. In 8min 22sek war mein Rad wieder fertig. Nicht von Hand gestoppt, aber geschätzt! So für morgen ist dann alles soweit frisch, das es weiter gehen kann.
So long, euer Stefan
P.S. Memo an mich: Halte dich von Laternen fern, die auf Campingplätzen stehen. Das Licht nervt Nachts total. Und achte immer auf die Windrichtung!!

2 Kommentare:

  1. Laternen haben auch Vorteile. Fledermäuse sind dort leicht bei dem Beuteflug(Motten/Nachtfalter) zu beobachten. ;-D

    Bei so vielen treuen Lesern und" Daumendrücker" wird dir schon nichts geschehen. Weiterhin toi, toi,toi, ..


    ..Sid:" Meine Mama hat gesagt: hinter jeder schwarzen Wolke kommt ein Regenbogen "

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  2. Diego:"war das bevor sie dich ausgesetzt haben?"

    Sid:"Ja schon.....aber....". Auszug aus dem 4.Teil



    Wir wünschen dir weiterhin alles Gute. Beckers Five

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